Silvester mit neurodivergenten Kindern – Tipps für Bezugspersonen


Silvester ist für viele neurodivergente Kinder (z. B. mit FASD, Autismus, ADHS,
Traumaerfahrungen oder Hochsensibilität) eine große Herausforderung. Laute, unvorhersehbare
Knallgeräusche, Lichtblitze, Gerüche und ein veränderter Tagesablauf können das Nervensystem
stark belasten. Reaktionen wie Wut, Rückzug, Erschöpfung oder starkes Anpassen sind
Stressreaktionen – kein Fehlverhalten.
Was Bezugspersonen konkret hilft

  1. Vorbereitung statt Überraschung– Frühzeitig erklären, was an Silvester passieren kann– Klar benennen: laut, hell, ungewohnt – ohne Dramatisierung– Gemeinsam einen Plan machen: Rückzugsort, Pausen, Begleitung
  2. Reize aktiv reduzieren– Kopfhörer oder Ohrschutz bereitlegen– Rollläden oder Vorhänge schließen– Ruhige Musik oder Hörspiele anbieten– Abstand zu Fenstern und Außenlärm ermöglichen
  3. Wahlfreiheit sichern– Mitfeiern oder Pause machen– Kurz dabei sein oder ganz aussetzen– Jederzeit abbrechen dürfen – ohne Diskussion
  4. Co-Regulation vor Regeln– Ruhige Stimme, langsame Bewegungen– Gefühle spiegeln statt wegreden („Dein Körper ist gerade im Alarm. Ich bin da.“)
  5. Nach Silvester mitdenken– Viele Kinder reagieren erst danach mit Erschöpfung– Am nächsten Tag: wenig Anforderungen, viel Sicherheit

Warum Alternativen zu Böllern oft besser sind


Böller sind extrem laut, unvorhersehbar und körperlich spürbar. Für viele Kinder mit Trauma oder
sensorischer Empfindlichkeit können sie stark belastend oder retraumatisierend sein. Ein ruhiger
Jahreswechsel ist kein Verzicht, sondern aktiver Schutz des Nervensystems.
Gute Alternativen zu Böllern– Licht statt Lärm: Wunderkerzen, LED-Lichter, Kerzenrituale– Musik & Rituale: Lieblingslieder, ruhige Countdown-Musik– Gemeinsame Aktivitäten: Spiele, Puzzle, Malen, Filmabend– Symbolische Rituale: Wunschzettel, leiser Countdown– Individueller Zeitpunkt: Silvester feiern, wann es für das Kind passt


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